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Seghers, Anna

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1924 gab sie ihre Doktorarbeit zum Thema „Jude und Judentum im Werke Rembrandts“ ab. Am Ende des gleichen Jahres gab sie in der „Frankfurter Zeitung“ ihr Debüt als Erzählerin mit „die Toten auf der Insel Djal“. Dort verwendete sie zum erstenmal das Pseudonym Antje Seghers, das sie mit leichter Veränderung des Vornamens ein ganzes Leben beibehielt. Diesen Namen übernahm sie vom holländischen Maler Hercules Segers, mit dessen Werke sie sich im Kunststudium befasst hatte.
Nach ihrer Heirat am 10. August 1925 zogen Anna und Laszlo nach Berlin, wo er die Leitung der neu eingerichteten Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) übernahm.
1926 kam ihr erstes Kind, Peter, zur Welt. Zwei Jahre später folgte Ruth. In diesem Jahr bekam Anna den sehr angesehenen Kleistpreis für ihre zwei Werke „Grubetsch“ und „Aufstand der Fischer von St. Barbara“. Nachdem sie als Schriftstellerin reüssiert hatte, trat sie auch in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein, in der ihr Mann schon lange Mitglied war. 1929 wurde sie, die nun künstlerisches Ansehen einbringen konnte, auch Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller (BPRS). Sie war sehr engagiert im Bund, so sagte sie: Es war die revolutionäre Gemeinschaft, die ganze Atmosphäre, die mich im Bund heimisch werden liess. Es zeigte sich, dass das, was ich schrieb, eine Waffe war, die im Klassenkampf mitkämpfte. Sie fügte an: denn wir schreiben ja nicht, um zu beschreiben, sondern um beschreibend zu verändern. Sie wurde zu einem der grossen Aushängeschilder der KPD und des BPRS, in dessen Leitung sie 1932 gewählt wurde.

Als Kommunistin und Jüdin entsprach sie den Feindbildern der Nazis. Seit Hitlers Machtergreifung befand sie sich denn auch in Gefahr. „Ich verliess 1933 Deutschland, nachdem die Polizei mich schon einmal verhaftet hatte und unter ständiger Bewachung hielt, so berichtete sie. Anna Seghers und ihr Mann flohen über die Schweiz nach Frankreich, das bis zum Ausbruch des Krieges eine aufnahmebereite Asylpolitik betrieb und ihr, wie vielen anderen, die beste Zuflucht zu bieten schien. Das Exil stand für Seghers im Zeichen des antifaschistischen Kampfes und sprach die tiefe Einsatzbereitschaft, die ihr Leben und ihre Literatur von Anfang an bestimmt hatten, voll an. Beide, Anna und ihr Mann, engagierten sich auch in Frankreich sehr stark für die MASCH und den BPRS. Sie half auch bei der Schaffung der Deutschen Freiheitsbibliothek, die am 10. Mai 1934, dem Jahrestag der Bücherverbrennung in Berlin, eröffnet wurde. Sie hatte auch gute Kontakte durch ihr Engagement zu französischen Schriftstellern wie z.B. André Gide und Romain Rolland. In dieser Zeit (1933 – 47) schrieb sie viele ihrer besten Romane, Erzählungen und Aufsätze – darunter auch „das siebte Kreuz“ neben andern wie „Transit“, „die Rettung“ und „ der Ausflug der toten Mädchen“. Im Sommer 1935 konnte Anna Seghers im Rahmen des “internationalen Schriftstellerkongresses zur Verteidigung der Kultur“ in Paris ihren ersten, für ihre zukünftige Arbeit wesentlichen Exilvortrag „Vaterlandsliebe“ halten. Dies wirkt sich in ihren in der Beschreibung des für sie wahren Deutschlands aus. Zitat: Deutschland ist unser Land... überlassen wir nicht dem Feind, dem Faschismus, die Darstellung, die Auslegung unserer Geschichte ... jeder Quadratmeter unseres Landes zeugt von der Begabung, von der Arbeitskraft, von dem Widerstand seines Volkes.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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